KI im Einkauf: Cost Engineering, Finanzanalyse und Verhandlungsvorbereitung

Mehr Klarheit – Bessere Zahlen – Stärkere Verhandlungen

Executive Fact Sheet: KI-Analysen im Einkauf

EinsatzfelderKomponenten, Dienstleistungen und IT sowie Lieferanten-Finanzanalysen.
OutputKostenmodell, Sensitivitäten, Zielkorridor, Annahmen, Quellen und Verhandlungsbriefing.
EingangsdatenSpezifikation, Mengen, Region, Prozessannahmen, Angebote und verfügbare Markt- oder Finanzdaten.
BearbeitungszeitAbhängig von Scope und Datenlage; geeignete Standardfälle typischerweise ab 48 Stunden.
QualitätsprüfungHuman Review, Plausibilitätscheck, Quellenprüfung und dokumentierte Annahmen vor Nutzung.
VertraulichkeitNDA, Datenminimierung und Anonymisierung oder Pseudonymisierung werden projektspezifisch vereinbart.
AnbieterAnalyse- und Softwareleistungen: Schoen Software UG (haftungsbeschränkt); Trainings: Schoen Verhandlungsinstitut.
Nächster SchrittScope, Datenlage, Rechtsträger und gewünschter Entscheidungsoutput im Erstgespräch klären.

Die neue Realität: Vom KI-Komfort zur belastbaren Einkaufsanalyse

Lieferantenmails mit KI zu formulieren war für viele Einkaufsorganisationen der erste Einstieg – meist mit Copilot oder ChatGPT. Das nutzt jedoch nur einen kleinen Teil des wirtschaftlichen Potenzials generativer KI.

Der größere wirtschaftliche Hebel kann in strukturierten Analysen liegen: nachvollziehbare Zahlen, Daten und Annahmen innerhalb eines vereinbarten Zeitrahmens. Wir liefern diese Auswertungen als projektbezogene Leistung, ohne dass Ihr Team selbst zum Datenwissenschaftler werden muss.

Option 1: Projektbezogene Analyseleistung

Cost-Engineering für Hardware

Cost Engineering für Hardware und Komponenten

Nutzen Sie KI-gestützte Analysen für Materialien, Commodities, Baugruppen und Komponenten – im direkten wie im indirekten Einkauf. Wir modellieren plausible Kostenstrukturen, Sensitivitäten und wirtschaftlich begründbare Preis- und Kostenspielräume. So verschieben Sie die Diskussion von pauschalen Forderungen auf überprüfbare Kosten- und Marktargumente und verbessern Ihre Ausgangslage deutlich.

Analyse Hardware
Cost-Engineering für Dienstleistungen

Cost Engineering für Dienstleistungen und IT

Schaffen Sie einen belastbaren Referenzrahmen für Beratungsleistungen, IT- und Financial Services. Wir entwickeln plausible Referenzkalkulationen für Tagessätze, Leistungsumfang, Arbeitgeberkosten, Auslastung, Overhead, Risiko und Marge. Dadurch lassen sich Angebote strukturierter prüfen und wirtschaftlich fundierter verhandeln.

Analyse Services
Finanzdatenanalyse Lieferanten

Finanzdaten | Stabilität und Abhängigkeiten bewerten

Bewerten Sie die finanzielle Stabilität Ihres Lieferanten anhand verfügbarer Umsatz-, Ertrags-, Verschuldungs-, Liquiditäts- und Konzentrationsindikatoren. Die Analyse zeigt, wo ein Anbieter möglicherweise stärker von einzelnen Kunden, Finanzierungsquellen oder kurzfristiger Liquidität abhängt. Sie gehen mit einer strukturierten finanzwirtschaftlichen Analyse und klar gekennzeichneten Annahmen in die Verhandlung.

Analyse Finanzdaten

Drei Beschaffungsmodelle im Vergleich

Procurement-Plattformen, generative KI-Tools und projektbezogene Analyseleistungen lösen unterschiedliche Aufgaben und können sich ergänzen. Der Vergleich betrifft den Zugang zu Cost-Engineering-Unterstützung, nicht die Gesamtfunktionalität einzelner Anbieter. Die Einordnung zeigt typische Unterschiede; konkrete Produkte und Verträge können davon abweichen.

Typisierte Marktübersicht: Procurement-Plattform, generatives KI-Tool und projektbezogene Analyseleistung
Dimension Procurement-Plattform Generatives KI-Tool / LLM Projektbezogene Analyseleistung mit NeGo-iQ®
Kernfunktion Workflow-, Source-to-Pay- und Prozessunterstützung Sprach-, Recherche- und Analyseunterstützung – abhängig von Tools und Datenzugang Projektbezogenes Cost Engineering, Schattenkalkulation und Finanzanalyse für Verhandlungen
Zugang SaaS-Lizenz; Laufzeit und Vertragsmodell anbieterabhängig Consumer-, Business- oder API-Zugang; Vertragsbedingungen unterscheiden sich Dienstleistung pro Projekt ohne eigene Softwarelizenz; Self-Service separat zu vereinbaren
Implementierungsaufwand Je nach Plattform, Schnittstellen und Rollout: von wenigen Wochen bis zu mehrmonatiger Einführung Fachliche Leitplanken, Schulung, Datenzugang, Governance und Qualitätssicherung erforderlich Keine eigene Softwareimplementierung; Bearbeitungszeit nach Datenlage und Scope, bei geeigneten Standardfällen typischerweise ab 48 Stunden
Wiederholbarkeit Bei regelbasierten Workflows meist hoch; Cost-Engineering-Tiefe ist anbieter- und modulabhängig Im untersuchten Einzelfall hohe positive Mittelwertabweichungen; fünf Standard-LLMs mit jeweils n=30 Durchläufen Im untersuchten Einzelfall geringere mittlere Abweichung und absolute Streuung; stochastische Varianz blieb bestehen
Verhandlungsfokus Überwiegend Prozess- und Beschaffungssteuerung; Verhandlungstiefe modulabhängig Abhängig von Prompt, Datenzugang, Tooling und fachlicher Einbettung; ohne Methodik häufig generisch Daten als Input für Zielkorridor, Anker, Alternativen- und Einigungsraumanalyse
Validierung Auditierbarkeit und Validierung unterscheiden sich je Anbieter; Zertifizierungen, Testberichte und Referenzen einzeln prüfen Begrenzte Transparenz und wechselnde Modellversionen; Validierung muss für den konkreten Anwendungsfall erfolgen Eigener explorativer Benchmark mit offengelegten Aggregatkennzahlen; kein Nachweis eines unabhängigen Peer-Review-Verfahrens für NeGo-iQ®
Datensicherheit Abhängig von Hosting, Vertrag, Mandantentrennung, Rollenrechten, Retention und Subprozessoren Abhängig von Produkt, Vertrag und Einstellungen; Consumer-, Business- und API-Angebote unterscheiden sich deutlich Projektbezogene Dokumentation von Datenklassifizierung, Anonymisierung, AVV/DPA, Hosting, Verschlüsselung, Zugriff, Retention, Löschung und Subprozessoren
Preismodell Lizenz-, Implementierungs- und Wartungskosten; Konditionen anbieterabhängig Subscription- oder API-Kosten; fachlicher Prüfaufwand bleibt bestehen Projektbezogenes Honorar nach Scope; Enterprise-Self-Service mit gesondertem Nutzungs-, Laufzeit- und Supportmodell

Methodikhinweis: typisierte Marktübersicht, Stand Juni 2026. Betrachtet wird der Zugang zu Cost-Engineering-Unterstützung; dies ist keine vollständige Anbieterbewertung.

KI-Tools im Einkauf: Wo Standardmodelle Grenzen haben – und wie strukturierte Methodik hilft

Unser Ansatz verbindet Einkaufspraxis, strukturierte Datenmodelle und NeGo-iQ®. Ziel ist, Kosten-, Markt- und Finanzindikatoren zu ordnen, wenn Lieferantendaten unvollständig oder nicht offengelegt sind. Daraus entsteht keine vermeintlich exakte Lieferantenkalkulation, sondern eine belastbarere Entscheidungsgrundlage mit transparenten Annahmen und Sensitivitäten.

Generative Sprachmodelle sind probabilistische Systeme, die Muster aus umfangreichen Trainingsdaten nutzen. Ohne verlässliche externe Daten, geeignete Rechenlogik und fachliche Prüfung garantieren sie keine belastbare Kostenrechnung. Gleichzeitig ist entscheidendes fall-, unternehmens- und warengruppenspezifisches Wissen häufig nicht öffentlich verfügbar.

Bei kostengetriebenen Warengruppen ist es deshalb riskant, ein Lieferantenangebot ohne eigenen Referenzrahmen ungeprüft zum Ausgangspunkt zu machen. Das kann den Einstiegspreis zum dominierenden Referenzpunkt werden lassen, wenn Markt-, Kosten- und Alternativdaten fehlen.

Ziel ist, Preisargumente, Zielkorridore und Entscheidungen messbarer zu machen. Tatsächliche Verhandlungsergebnisse hängen jedoch von Datenqualität, Markt, Machtbalance, Umsetzung und vereinbarten Gegenleistungen ab.

Governance für KI im Einkauf

  • Datenklassifizierung: Vor Projektstart wird festgelegt, welche Daten verarbeitet, anonymisiert oder pseudonymisiert werden dürfen.
  • Vertragliche Grundlage: NDA, AVV/DPA, zugelassene externe KI-Dienste, Subprozessoren, Hosting, Retention und Löschung werden projektspezifisch dokumentiert.
  • Menschliche Freigabe: Alle Zielpreise, Kostenmodelle und Verhandlungsargumente werden fachlich geprüft; die finale Entscheidung bleibt beim verantwortlichen Einkaufsteam.
  • Nachvollziehbarkeit: Quellen, Datenstand, Modellannahmen, Sensitivitäten und wesentliche Prüfschritte werden im Report kenntlich gemacht.
  • AI Literacy: Nutzer müssen Grenzen, Unsicherheiten und zulässige Einsatzfelder der verwendeten Systeme verstehen.
Analyse- und Softwareleistungen werden durch die Schoen Software UG (haftungsbeschränkt) erbracht, sofern sie im jeweiligen Angebot als Vertragspartner ausgewiesen ist. Trainingsleistungen werden getrennt über das Schoen Verhandlungsinstitut angeboten.
Executive Insight

KI verbessert die Entscheidungsgrundlage – nicht die Verantwortung

Im Einkauf entsteht wirtschaftlicher Nutzen dann, wenn Daten, Rechenlogik und Verhandlungskontext zusammengeführt werden. KI kann Kostenhypothesen, Referenzwerte und Sensitivitäten schneller strukturieren. Plausibilitätsprüfung, Freigabe und Einsatz in der Verhandlung bleiben jedoch eine Managementaufgabe.

„KI kann Evidenz aufbereiten. Prüfen, einordnen und einsetzen muss sie der Mensch.“ Dr. Raphael Schoen
Dr. Raphael Schoen bei einem interaktiven Verhandlungstraining vor einem Whiteboard
Dr. Raphael Schoen verbindet Cost Engineering, KI-Analyse und Verhandlungsstrategie.

KI im Einkauf:
Wo KI unterstützt – und wo menschliches Urteil entscheidend bleibt

Ordnen Sie neun typische Einkaufsaufgaben ein. Die Auswertung zeigt, wo KI besonders gut unterstützen kann und wo menschliche Führung zentral bleibt.

Eher KI-gestützt
Eher menschlich geführt

Hinweis: Die Einordnung dient der Orientierung. Welche Option überlegen ist, hängt von Datenzugang, Tooling, Risiko, Prozess und menschlicher Kontrolle ab. Der Check ist keine wissenschaftlich validierte Leistungsdiagnostik.

1

Vertragszusammenfassung

Automatisches Strukturieren und Extrahieren wichtiger Klauseln und Bedingungen aus Vertragsdokumenten.

KI unterstützt besonders gut – mit Human Review

KI kann Klauseln schnell strukturieren und Fundstellen hervorheben. Bei rechtlich oder wirtschaftlich relevanten Verträgen bleiben fachliche und rechtliche Prüfung, Vollständigkeitskontrolle und finale Freigabe erforderlich.

2

Cost Engineering und Schattenkalkulation

Modellierung plausibler Kostenstrukturen auf Basis von Material-, Prozess-, Arbeits- und Gemeinkosten.

KI-gestützt – mit strukturierter Rechen- und Prüfmethodik

NeGo-iQ® ergänzt Sprachmodelle um strukturierte Rechen- und Prüfprozesse. Daten-, Modell-, Quellen- und Annahmefehler bleiben dennoch fachlich zu kontrollieren.

3

Verhandlungssimulation

Interaktives Training mit simulierten Gegenparteien zur Vorbereitung auf reale Gespräche.

Menschlich geführt – KI kann ergänzen

Die Qualität von Simulationen hängt stark von Fallbriefing, Rollenlogik, Modell, Moderation und Feedback ab. KI kann Varianten und Reaktionen liefern; Lerntransfer und anspruchsvolles Feedback benötigen fachliche Begleitung.

4

Preiserhöhungen verhandeln

Direkte Verhandlung mit Lieferanten über Preisforderungen, Gegenleistungen, Risiken und Beziehung.

Menschliche Führung bleibt zentral

In sensiblen Preisgesprächen bleibt der Mensch für Beziehung, Mandat, situative Interpretation und verbindliche Entscheidungen verantwortlich. KI kann Analyse, Vorbereitung und Reflexion unterstützen.

5

Argumentationscheck

Systematische Prüfung von Argumenten, Annahmen, Gegenargumenten und möglichen Inkonsistenzen.

KI beschleunigt den ersten Check

KI kann schnell Gegenargumente und Inkonsistenzen vorschlagen. Fachliche Richtigkeit, Quellenlage, Vollständigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit müssen anschließend geprüft werden.

6

Lieferantensuche

Recherche und Vorauswahl möglicher Alternativlieferanten auf Basis definierter Such- und Eignungskriterien.

KI beschleunigt Recherche und Vorauswahl

KI kann große Datenmengen strukturieren und Kandidaten identifizieren. Existenz, Leistungsfähigkeit, Compliance, Kapazität, Eigentümerstruktur, Referenzen und technische Eignung müssen verifiziert werden.

7

Konflikterkennung in Meetings

Auswertung von Gesprächsdaten und Signalen, um Spannungen oder Eskalationsrisiken früher zu erkennen.

Menschliche Verantwortung bleibt entscheidend

KI kann Gesprächsdaten auswerten, sofern Datenschutz, Zustimmung und technische Qualität geklärt sind. Deeskalation, kulturelle Einordnung, Beziehung und Verantwortung bleiben beim Menschen.

8

Verhandlungen führen

Führen komplexer Einkaufsverhandlungen und verbindlicher Preis- oder Vertragsgespräche mit Lieferanten.

Menschliche Führung bleibt zentral

Für verbindliche Entscheidungen, Beziehung, Mandat, situative Verantwortung und den Umgang mit Mehrdeutigkeit bleibt menschliche Führung zentral. KI kann Analyse und Vorbereitung unterstützen.

9

Lieferantenrisikomanagement und Early Warning

Monitoring von Finanz-, Lieferketten-, geopolitischen und operativen Risikosignalen.

KI verdichtet Warnsignale – Fachleute entscheiden

Mit geeigneten Datenquellen und Monitoring-Systemen kann KI große Datenmengen priorisieren und Warnsignale verdichten. Die Bedeutung für Ihre Lieferkette und Verhandlungsstrategie erfordert fachliche Einordnung, Unternehmenskontext und eine verantwortliche Entscheidung.

Orientierungscheck des Schoen Verhandlungsinstituts – keine wissenschaftlich validierte Diagnostik.

KI im Einkauf in der Praxis: Drei Use-Cases mit Zahlen

Drei anonymisierte Einzelfälle aus unserer Praxis. Sie sind nicht repräsentativ und nicht ohne Weiteres auf andere Warengruppen übertragbar. Die Ergebnisse hängen von Verhandlungsmacht, Markt, Umsetzung und Gegenleistungen ab; eine kausale Alleinwirkung der Analyse wird nicht behauptet.

Use-Case 1 · Hardware & Komponenten

Maschinenbaukonzern — Sondermaschine mit anfänglich sichtbarer Preislücke

Ausgangslage: Der Lieferant fordert 480.000 € für eine Sondermaschine; das interne Budget liegt bei 420.000 €. Damit besteht zunächst eine sichtbare Preislücke von 60.000 €.
NeGo-iQ®-Analyse: Bottom-up-Should-Cost-Modell auf Basis von Materialklassen, Fertigungsstunden, Maschinenraten, Werks-Overhead und Marktannahmen. Ergebnis: modellierter Should-Cost-Korridor mit zentraler Punktschätzung von rund 340.000 €. Das entspricht gegenüber dem Erstangebot einem impliziten Aufschlag von rund 41 % auf die modellierten Kosten beziehungsweise rund 29 % Bruttomarge auf den Angebotspreis – vor nicht modellierten Risiken und Sonderkosten.
Verhandlungshebel: Begründeter Preisanker auf Basis der Kostenlogik sowie Erweiterung der Verhandlung um Wartungslaufzeit, Ersatzteilbindung und Risikoverteilung.
Ergebnis: Abschluss bei 425.000 €. Die reine Preisreduktion gegenüber dem Erstangebot beträgt 55.000 € beziehungsweise 11,5 %. Eine erweiterte Wartungsleistung wurde zusätzlich vereinbart, jedoch nicht in die ausgewiesene Preisreduktion eingerechnet. Die sichtbare Preislücke wurde durch Preisbewegung und zusätzliche Vertragsvariablen überbrückt.
Use-Case 2 · Dienstleistungen & IT

Bank — IT-Senior-Consultants oberhalb des modellierten Referenzkorridors

Ausgangslage: Ein IT-Dienstleister bietet sechs Senior-Consultants für ein zwölfmonatiges Migrationsprojekt zu 1.450 € pro Tag an. Bisheriger Vergleichsmaßstab sind überwiegend Listenpreise konkurrierender Anbieter.
NeGo-iQ®-Analyse: Should-Cost-Modell unter Einbezug mehrerer Gehalts- und Marktquellen sowie von Region, Senioritätsdefinition, Arbeitgeberkosten, Auslastung, Bench-, Vertriebs- und Managementkosten, Risiko und Marge. Ergebnis: begründbarer Tagessatzkorridor von 1.050 bis 1.180 €.
Verhandlungshebel: Der Referenzkorridor ermöglicht, Positionen oberhalb des Bandes gezielt zu hinterfragen und Leistungsumfang, Seniorität, Auslastungsrisiko und Marge getrennt zu diskutieren.
Ergebnis: Verhandelter Tagessatz 1.120 €. Bei der transparent ausgewiesenen Beispielannahme von 220 abrechenbaren Tagen je FTE und sechs FTE ergibt sich gegenüber dem Erstangebot eine rechnerische Preisreduktion von 435.600 €. Nach Darstellung des anonymisierten Falls blieb die Geschäftsbeziehung bestehen; dies lässt sich nicht allein auf die Datenargumentation zurückführen.
Use-Case 3 · Finanzdatenanalyse

Pharmaunternehmen — strategischer API-Lieferant mit Indikatoren für erhöhten Liquiditäts- und Konzentrationsdruck

Ausgangslage: Vertragsverlängerung mit einem strategischen Lieferanten für Active Pharmaceutical Ingredients. Im Markt bestehen Hinweise auf erhöhte finanzielle Anspannung; belastbare Einordnung und Quellenabgrenzung fehlen zunächst.
NeGo-iQ®-Analyse: Getrennte Auswertung öffentlich verfügbarer Jahresabschlussdaten, ergänzender Auskunfteiinformationen und Marktindikatoren. Bewertet werden unter anderem Liquidität, Eigenkapital, Verschuldung, Ergebnisentwicklung und mögliche Kundenkonzentration. Ergebnis: mehrere Indikatoren sprechen für erhöhten Liquiditäts- und Konzentrationsdruck; Quelle, Stichtag und Unsicherheit werden im Report dokumentiert.
Verhandlungshebel: Strategisches Paket aus Volumen-Commitment, zusätzlichem Sicherheitsbestand, Informationsrechten und einer Preisreduktion von 4,5 % für die neue Charge.
Ergebnis: Zusätzlicher Versorgungspuffer + 4,5 % Preisreduktion. Das Volumen-Commitment kann Planbarkeit und Liquidität des Lieferanten verbessern; der Einkäufer reduziert das kurzfristige Versorgungsrisiko, ohne es vollständig auszuschließen.

Alle Fälle sind anonymisierte Einzelfälle. Mandantenidentität, Zahlen und Branchenmerkmale wurden soweit erforderlich abstrahiert. Veröffentlichung nur auf dokumentierter Freigabe- oder belastbarer Anonymisierungsgrundlage. Die internen Nachweisakten enthalten Scope, Analyseversion, Berechnungsweg, Gegenleistungen und Ergebnisbasis.

Dr. Raphael Schoen, Verhandlungsexperte und Autor
Dr. Raphael Schoen
Verhandlungsexperte und Autor

Über den Autor: Dr. Raphael Schoen

Verhandlungsexperte · Ph.D. in Verhandlungsführung (HHL) · CEO

Dr. Raphael Schoen verbindet langjährige Verhandlungspraxis als Sales Director bei Carl Zeiss und Nova Instruments mit Forschung zu Verhandlungsmethoden und KI-gestützter Should-Cost-Analyse. Der LLM-Benchmark 2026 umfasst sechs verglichene Ansätze mit jeweils n=30 unabhängigen Durchläufen, insgesamt 180 aggregierte Ausgaben. Im untersuchten Einzelfall reduzierte die strukturierte NeGo-iQ®-Methodik die mittlere Abweichung und die absolute Streuung gegenüber den fünf Standard-LLMs; stochastische Varianz blieb bestehen. Eigene Publikationen sind in den Referenzlisten einschlägiger Wikipedia-Artikel zu Verhandlung und Getting to Yes nachgewiesen.

  • Ph.D. in Verhandlungsführung (HHL)
  • MBA, HHL Leipzig Graduate School of Management
  • LLM-Benchmark Should Cost 2026
  • Negotiation Mastery, Harvard Business School Online
  • Lead Negotiation Coach & Expert, HHL Negotiation Club
  • International Journal of Conflict Management 2022 (online first 2021)
  • Management Research Review 2021 (online 2020)
  • 20.600+ Reads auf ResearchGate

Vom Datenreport zur belastbaren Verhandlungsstrategie

Wer über nachvollziehbare Daten, geprüfte Quellen und transparent dokumentierte Annahmen verfügt, hat ein wichtiges Fundament gelegt – gewonnen ist die Verhandlung damit noch nicht. Daten entfalten ihren Wert erst durch fachliche Einordnung, Machtanalyse und eine strategische sowie kommunikative Anwendung der Harvard-Prinzipien.

Es geht nicht darum, dem Lieferanten ein Modell als vermeintlich unangreifbare Wahrheit vorzulegen. Wir nutzen die Analyse, um einen plausiblen wirtschaftlichen Verhandlungskorridor zu modellieren und eine Argumentationslinie zu entwickeln, deren Datenquellen und Annahmen nachvollziehbar geprüft werden können. Forderungen werden mit externen Kriterien, Kostenmodellen und transparenten Annahmen abgeglichen.

Sie möchten lernen, wie Sie Daten strategisch, kommunikativ und verantwortungsvoll einsetzen?
Im Verhandlungstraining für den Einkauf verbinden wir Kostenlogik, Machtanalyse und Verhandlungsführung – vom begründeten Anker bis zur strukturierten Steuerung von Zugeständnissen und Gegenleistungen.

Option 2: Enterprise Self-Service und Batch-Analysen

Hinter den Analyseleistungen steht die strukturierte NeGo-iQ®-Methodik. Für ausgewählte Enterprise-Projekte kann ein Self-Service- oder Batch-Zugang im Rahmen eines Piloten vereinbart werden. Status, Funktionsumfang, Datenanforderungen und Qualitätskontrollen werden vorab schriftlich festgelegt.

  • Skalierung: Batch-Analysen sind je nach Datenstruktur, Warengruppe und Validierungsbedarf möglich; Umfang und Prüftiefe werden im Pilot definiert.
  • Kontrolle: Definierte Freigabepunkte, dokumentierte Annahmen und exportierbare Ergebnisse unterstützen die fachliche Prüfung.
  • Sicherheit: Hostingregion, Verschlüsselung, Rollen und Rechte, Logging, AVV/DPA, Subprozessoren, Aufbewahrung, Löschung, Backup und Incident-Prozess werden projektspezifisch dokumentiert.
  • Preismodell: Nutzungs- und Preismodell werden transparent nach Volumen, Laufzeit, Support und Validierungsumfang vereinbart.
  • Rechtsträger: Analyse- und Softwareleistungen werden durch die Schoen Software UG (haftungsbeschränkt) erbracht, sofern sie im Angebot als Vertragspartner ausgewiesen ist.
Enterprise-Pilot anfragen
Explorativer Benchmark: LLM-basierte Should-Cost-Schätzungen
Datenbasis: sechs verglichene Ansätze mit jeweils n=30 unabhängigen Durchläufen; insgesamt 180 aggregierte Ausgaben | Testobjekt: mechanische Baugruppe | Referenzwert: 11,90 € je Stück | Stand: Januar 2026

Im untersuchten Einzelfall lagen die mittleren Schätzungen der fünf Standard-LLMs rund 50 bis 176 % über dem Referenzwert. Die strukturierte NeGo-iQ®-Methodik näherte sich dem Referenzwert stärker an und zeigte eine geringere absolute Streuung. Die verbleibende Unterabweichung ist kein automatisches Einsparpotenzial und muss fachlich geprüft werden.

Aggregierte Kennzahlen aus jeweils n=30 unabhängigen Durchläufen
Ansatz Mittelwert Abweichung Standardabweichung 95-%-Konfidenzintervall
Anthropic Sonnet 4.532,85 €+176,1 %13,44 €27,71–37,99 €
ChatGPT 5.228,91 €+142,9 %12,52 €24,12–33,70 €
Google Gemini 3 Pro20,68 €+73,8 %8,50 €17,43–23,94 €
DeepSeek Chat20,51 €+72,4 %8,17 €17,38–23,64 €
xAI Grok 417,81 €+49,7 %7,94 €14,78–20,85 €
NeGo-iQ® – strukturierte Methodik9,70 €−18,5 %3,88 €8,21–11,18 €
Methodikhinweis: Explorative Einzelfallstudie, keine allgemeine Leistungsrangliste. Aussagekraft und Übertragbarkeit hängen von Bauteil, Datenqualität, Prompt, Modellversion, Toolzugriffen, Systemeinstellungen und Testumgebung ab. Modell-IDs, Zugangsweg, Promptversion und weitere Reproduzierbarkeitsangaben werden auf der Forschungsseite dokumentiert beziehungsweise als proprietär gekennzeichnet.

Vollständige Studie, Methodik und Statistik ansehen

Zitierweise Schoen, R. (2026). LLM-Benchmark in der Should-Cost-Analyse. Schoen Verhandlungsinstitut. https://www.schoen-negotiation.com/forschung/ki-benchmark-einkaufsverhandlungen/

Glossar: Die wichtigsten Begriffe

Sechs zentrale Begriffe für KI-gestütztes Cost Engineering und Lieferantenanalysen – präzise und ohne Erfolgs- oder Transparenzgarantien:

Cost Engineering
Methode

Systematische Modellierung plausibler Kostenstrukturen eines Produkts oder einer Dienstleistung aus Material-, Arbeits-, Prozess- und Gemeinkosten. Eine mögliche Grundlage faktenbasierter Preisverhandlungen, besonders bei kostengetriebenen Warengruppen; sie ergänzt Erfahrungsurteile um nachvollziehbare Zahlen und Annahmen.

Should-Cost-Analyse
auch: Schattenkalkulation

Unabhängige Referenzkalkulation des Einkaufs. Sie modelliert einen plausiblen Zielkosten- beziehungsweise Preiskorridor und zeigt Sensitivitäten sowie mögliche wirtschaftliche Spielräume unter den getroffenen Annahmen.

Lieferanten-Finanzdatenanalyse
Strategische Entscheidungsgrundlage

Analyse verfügbarer Umsatz-, Ergebnis-, Liquiditäts-, Verschuldungs- und Konzentrationsindikatoren. Sie liefert Hinweise auf Stabilität, Abhängigkeiten und mögliche Verhandlungsoptionen, ersetzt jedoch keine Abschlussprüfung oder Bonitätsgarantie.

LLM
Large Language Model

Generatives Sprachmodell wie ChatGPT, Claude oder Gemini. Im aktuellen Einzelfall-Benchmark lagen die mittleren Schätzungen der fünf Standard-LLMs rund 50 bis 176 Prozent über dem Referenzwert; Aussagekraft und Übertragbarkeit hängen von Daten, Modell, Prompt, Tooling und Testaufbau ab.

Prompt Engineering
Steuerung generativer Modelle

Gezielte Gestaltung von Eingaben, Kontext und Ausgabeformaten. Gutes Prompting kann Struktur und teilweise Genauigkeit verbessern, ersetzt aber keine verlässlichen Daten, Rechenlogik, Quellenprüfung und fachliche Validierung.

NeGo-iQ®
Strukturierte Methodik

Strukturierter Ansatz zur Verbesserung von Reproduzierbarkeit, Nachvollziehbarkeit und fachlicher Prüfung im Cost Engineering. Sprachmodelle werden mit Rechen- und Prüfprozessen kombiniert; verbleibende Varianz und Modellrisiken werden gemessen und ausgewiesen.

Häufige Fragen zu KI im Einkauf

In der direkten Beschaffung liegt ein besonders wirtschaftlich relevanter Anwendungsfall im KI-gestützten Cost Engineering. Es hilft, Preisforderungen, Kostentreiber und Annahmen plausibler zu prüfen. Eine unabhängige Referenzkalkulation verschiebt die Diskussion auf überprüfbare Kosten-, Markt- und Leistungsargumente; sie legt tatsächliche Lieferantenmargen jedoch nicht automatisch offen.

Copilot und ChatGPT sind Anwendungen auf Basis generativer Modelle mit je nach Produkt unterschiedlichen Tools, Datenzugängen und Schutzmechanismen. Bei Zahlen, Quellen und komplexen Analysen können sie ohne geeignete Rechenwerkzeuge, Daten und fachliche Prüfung unzuverlässig sein. Ein eigener Referenzrahmen verhindert, dass ein ambitioniertes Lieferantenangebot ungeprüft zum dominierenden Anker wird.

Im indirekten Einkauf und bei IT-Services können relevante, möglichst unabhängige Gehalts- und Marktbenchmarks mit Annahmen zu Arbeitgeberkosten, Auslastung, Overhead, Risiko und Marge verbunden werden. Durch diesen Abgleich mit belastbaren Daten lassen sich Angebote strukturierter prüfen und vergleichen.

Nein. Für die projektbezogene Analyseleistung ist keine eigene Softwareeinführung erforderlich. Die strukturierte NeGo-iQ®-Methodik wird im Projekt eingesetzt; Ihr Team liefert die vereinbarten Eingangsdaten und erhält einen nachvollziehbaren Report. Bearbeitungszeit und Ergebnisqualität hängen von Scope, Datenlage und fachlicher Abstimmung ab.

Die Datennutzung hängt von Anbieter, Vertrag und Konfiguration ab. Im Projekt werden unter anderem Trainingseinsatz, Retention, Hosting, Subprozessoren, Zugriffsrechte, Anonymisierung oder Pseudonymisierung und Löschung vertraglich dokumentiert. Sensible Daten werden nur auf einer klaren Vertrags- und Freigabegrundlage verarbeitet.

Kleiner JavaScript-Code für Akkordeon-Funktion (optional) Optional: ETmodules Icons Fallback

Vertraulichkeit, Datenquellen und Human Review

  • Vertraulichkeit: NDA, Datenminimierung sowie Anonymisierung oder Pseudonymisierung werden vor Projektstart festgelegt.
  • Externe KI-Dienste: Einsatz, Vertragsgrundlage, Trainingseinsatz, Retention, Hosting und Subprozessoren werden transparent dokumentiert; sensible Daten werden nur auf ausdrücklicher Freigabe- oder Vertragsgrundlage verarbeitet.
  • Datenquellen: Quellenkategorie, Datenstand, Lizenz oder Zugriffsrecht sowie bekannte Grenzen werden im Methodenblock ausgewiesen.
  • Human Review: Alle Zielpreise, Kostenmodelle und Verhandlungsargumente werden vor Nutzung fachlich geprüft. Die finale Entscheidung bleibt beim verantwortlichen Einkaufsteam.

Starten Sie mit dem passenden Format

KI wird für viele Einkaufsorganisationen relevant. Entscheidend sind wirtschaftlich sinnvolle Einsatzfelder, belastbare Governance und eine klare Trennung zwischen Orientierung, Training und operativer Analyse.

Keynote oder Management-Briefing

Zielgruppe: CPO, Geschäftsführung, Einkauf und Transformation.

Output: Einordnung von Potenzialen, Grenzen und Governance.

Dauer: wird im Angebot festgelegt.

Anbieter: Schoen Verhandlungsinstitut.

Strategie- und Governance-Workshop

Zielgruppe: Einkauf, IT, Datenschutz, Legal und Fachbereiche.

Output: priorisierte Use Cases, Datenanforderungen und Governance-Roadmap.

Dauer: abhängig von Scope und Teilnehmerkreis.

Anbieter: im Angebot eindeutig ausgewiesen.

Cost-Engineering-Analyse

Zielgruppe: Lead Buyer, Category Management und Cost Engineering.

Output: Kostenmodell, Sensitivitäten, Zielkorridor und Verhandlungsbriefing.

Dauer: nach Datenlage; geeignete Standardfälle typischerweise ab 48 Stunden.

Anbieter: Schoen Software UG (haftungsbeschränkt).

Wir übersetzen Daten in nachvollziehbare Entscheidungen und belastbarere Verhandlungsargumente – ohne Erfolgs-, Margen- oder Einspargarantie.

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