Harvard-Konzept Seminar: Verhandlungstraining für Unternehmen

Verhandeln nach der Harvard-Methode – erweitert um BATNA, ZOPA, Machtanalyse und reale B2B-Fälle

Harvard-Konzept Seminar: Das 2-tägige Inhouse-Verhandlungstraining für Unternehmen verbindet die vier Prinzipien der Harvard-Methode mit den Hebeln, die in realen B2B-Verhandlungen über Ergebnisse entscheiden: BATNA, ZOPA, Verhandlungsmacht, Anker, Zugeständnisse und belastbare Kriterien. Es ist die methodische Vertiefung unseres B2B-Verhandlungstrainings für Unternehmen. Trainiert wird nicht an abstrakten Lehrbuchfällen, sondern an Kunden-, Lieferanten-, Projekt- und Führungssituationen aus Ihrem Unternehmen.
Format Corporate Inhouse Typischerweise 2 Tage, vor Ort oder virtuell.
Methodik Harvard + B2B-Praxis Interessen, BATNA, ZOPA, Macht, Kriterien und Taktik.
Transfer Reale Verhandlungen Arbeit an konkreten Fällen und Entscheidungsoptionen.
Zielgruppe B2B-Teams & Führung Einkauf, Vertrieb, Projektgeschäft und Management.

Verhandeln nach dem Harvard-Konzept: starke Prinzipien – aber kein Harmonieprogramm

Das Harvard-Konzept gehört zu den einflussreichsten Verhandlungsansätzen der vergangenen Jahrzehnte. Bekannt wurde es durch Getting to Yes von Roger Fisher und William Ury. Im Zentrum steht das sogenannte Principled Negotiation: Verhandlungen sollen nicht auf starre Positionen reduziert werden. Stattdessen werden Interessen analysiert, Lösungsoptionen entwickelt und mögliche Vereinbarungen anhand nachvollziehbarer Kriterien bewertet.

Gerade in B2B-Verhandlungen wird der Ansatz häufig zu weich interpretiert. Harvard bedeutet nicht, einen Kompromiss um jeden Preis zu suchen. Professionelle Verhandler bleiben konsequent in der Sache und arbeitsfähig in der Beziehung. Sie versuchen gemeinsamen Wert zu schaffen – und schützen gleichzeitig ihre wirtschaftlichen Grenzen.

Die ausführliche methodische und wissenschaftliche Einordnung finden Sie auf unserer Wissensseite zum Harvard-Konzept. Dieses Harvard-Konzept Seminar verfolgt einen anderen Zweck: die Methode in belastbares Verhalten für reale Unternehmensverhandlungen zu übersetzen.

Die vier Prinzipien des Harvard-Konzepts im Training

1

Mensch und Sachproblem analytisch trennen

Konflikte werden hart in der Sache geführt, ohne die Beziehung unnötig zu beschädigen. Die Teilnehmer trainieren, Forderungen und Verhalten der Gegenseite zu adressieren, ohne Personen anzugreifen oder emotionale Eskalationen selbst zu verstärken.

2

Interessen hinter Positionen erkennen

„Wir brauchen 10 Prozent Rabatt“ oder „Wir erhöhen den Preis um 8 Prozent“ sind Positionen. Entscheidend ist, welche wirtschaftlichen, operativen oder persönlichen Interessen dahinterliegen. Im Training werden Frage- und Analysemechaniken eingesetzt, um diese Treiber sichtbar und verhandelbar zu machen.

3

Mehrere Optionen statt Ja-Nein-Verhandlungen entwickeln

Professionelle Verhandler bewegen nicht nur eine Variable. Preis, Volumen, Laufzeit, Zahlungsziel, Leistungsumfang, Risiko oder Service werden zu Paketen kombiniert. Dadurch entstehen Tauschwerte, die eine reine Preisdebatte nicht bietet.

4

Objektive Kriterien als gemeinsame Prüfgrundlage nutzen

Marktdaten, Benchmarks, Cost-Engineering, Indizes, Normen oder Vergleichswerte reduzieren den Raum für unbegründete Behauptungen. Im Training lernen die Teilnehmer, Kriterien auszuwählen, zu prüfen und strategisch in die Argumentation einzubauen.

Harvard-Konzept: Mensch und Sachproblem trennen
1 · Mensch & Sache trennen
Harvard-Konzept: Interessen statt Positionen
2 · Interessen statt Positionen
Harvard-Konzept: Optionen zum beiderseitigen Vorteil entwickeln
3 · Optionen entwickeln
Harvard-Konzept: objektive Kriterien nutzen
4 · Kriterien nutzen

Wo das klassische Harvard-Konzept im B2B ergänzt werden muss

Die vier Harvard-Prinzipien bilden ein starkes Fundament. In realen Unternehmensverhandlungen reicht es jedoch nicht, nur Interessen zu verstehen und Optionen zu entwickeln. Ergebnisse werden zusätzlich durch Alternativen, Abhängigkeiten, Zeitdruck, Informationsvorsprünge und die Fähigkeit bestimmt, einen Deal notfalls abzulehnen.

Deshalb kombiniert unser Verhandlungstraining nach dem Harvard-Konzept die klassische Methodik mit vier zusätzlichen Analyse- und Durchsetzungshebeln:

1. BATNA und Abbruchoptionen: Wer keine belastbare Alternative besitzt, kann Interessen hervorragend analysieren und trotzdem strukturell schwach verhandeln. Deshalb werden Alternativen bewertet, verbessert und in konkrete Entscheidungsgrenzen übersetzt.

2. ZOPA und wirtschaftliche Grenzen: Die Teilnehmer definieren nicht nur Wunschziele, sondern auch Reservationswerte und realistische Einigungskorridore. So wird sichtbar, wann ein Deal wirtschaftlich sinnvoll ist – und wann nicht.

3. Verhandlungsmacht und Abhängigkeit: Wettbewerb, Wechselkosten, Zeitdruck, Informationsasymmetrien und organisatorische Zwänge beeinflussen den Verhandlungsspielraum. Diese Faktoren werden vor dem Gespräch systematisch analysiert.

4. Value Claiming und Taktik: Wert schaffen und Wert verteilen sind zwei unterschiedliche Aufgaben. Das Training ergänzt Harvard deshalb um Anker, Forderungsmanagement, Zugeständnislogik, Eskalation und den professionellen Umgang mit Drucktaktiken.

Vom klassischen Harvard-Konzept zur B2B-Verhandlungsarchitektur HARVARD-KERN 1 Mensch & Sache 2 Interessen 3 Optionen 4 Objektive Kriterien B2B-ERWEITERUNG ERGEBNISHEBEL BATNA ZOPA & Grenzen Machtanalyse Value Claiming

Abbildung: Das klassische Harvard-Konzept liefert den methodischen Kern. Für anspruchsvolle B2B-Verhandlungen ergänzen wir ihn um Alternativen, wirtschaftliche Grenzen, Machtanalyse und Value Claiming. Quelle: Schoen – Verhandlungsinstitut, eigene Darstellung.

Harvard-Konzept Seminar: Inhalte des Inhouse-Verhandlungstrainings

Das Training ist kein Vortrag über vier Lehrbuchprinzipien. Die Teilnehmer wenden die Methodik auf konkrete Verhandlungssituationen an, treffen Entscheidungen unter Unsicherheit und erhalten strukturiertes Feedback zu Vorbereitung, Argumentation, Verhalten und Ergebnis.

1. Verhandlung strategisch vorbereiten

Ziele priorisieren, Interessenhypothesen entwickeln, BATNA bewerten, Reservationswert und ZOPA bestimmen und die Informationslage der Gegenseite analysieren.

2. Interessen systematisch explorieren

Mit Fragen, Hypothesen und aktivem Zuhören herausarbeiten, welche wirtschaftlichen oder persönlichen Treiber hinter einer Forderung stehen – ohne unnötig eigene Informationen preiszugeben.

3. Optionen und Pakete entwickeln

Mehrere Variablen kombinieren und Gegenleistungen strukturieren. Ziel ist nicht „Win-win“ als Selbstzweck, sondern ein wirtschaftlich belastbares Paket mit bewusst gesteuerten Tauschwerten.

4. Kriterien und Argumente belastbar machen

Benchmarks, Marktinformationen, Cost-Engineering, Indizes oder interne Daten nutzen, um Forderungen zu prüfen und nachvollziehbare Argumentationsketten aufzubauen.

5. Anker und Zugeständnisse steuern

Ambitionierte, plausible Forderungen setzen, gegnerische Anker einordnen und jede eigene Bewegung an eine Gegenleistung koppeln. Zugeständnisse werden nicht verschenkt, sondern getauscht.

6. Simulation, Feedback & Transfer

Realitätsnahe Rollenspiele und – je nach Format – Video-Analyse machen Verhaltensmuster sichtbar. Die Teilnehmer übertragen die Erkenntnisse anschließend auf ihre nächsten realen Verhandlungen.

Praxisbeispiel: Preisforderung nicht ablehnen – sondern zerlegen

Ein Lieferant fordert acht Prozent Preisaufschlag. Eine klassische Positionsverhandlung produziert zwei Zahlen: acht Prozent Forderung gegen null Prozent Angebot. Das Harvard-Prinzip „Interessen statt Positionen“ öffnet zunächst die Forderung: Welche Kosten haben sich tatsächlich verändert? Welche Rolle spielen Energie, Material, Kapazität, Risiko oder interne Margenziele?

Im nächsten Schritt wird der Fall um B2B-Verhandlungslogik ergänzt: Wie stark ist die eigene BATNA? Gibt es Alternativlieferanten? Wie hoch sind Wechselkosten? Welche Kostenanteile lassen sich mit Benchmarks oder Cost-Engineering überprüfen? Welche Gegenleistung müsste ein Preiszugeständnis wirtschaftlich rechtfertigen?

Das Ergebnis: Statt über eine pauschale Prozentzahl zu feilschen, verhandeln beide Seiten über konkrete Kostentreiber, Gegenleistungen und Alternativen. Genau an dieser Stelle wird aus einer Harvard-Technik professionelle B2B-Verhandlungsführung.

Für wen eignet sich das Verhandlungstraining nach dem Harvard-Konzept?

Einkauf & Procurement

Für Lieferantenverhandlungen, Jahresgespräche, Preisforderungen und Single-Source-Situationen. Die Harvard-Prinzipien werden mit BATNA-, Macht- und Kostenanalyse verbunden. Spezifische Einkaufshebel vertiefen wir im Verhandlungstraining Einkauf.

Vertrieb & Key Account Management

Für Rabattforderungen, Vertragsverhandlungen, Margensicherung und komplexe Kundenbeziehungen. Interessenarbeit wird mit Value Claiming, Preisargumentation und konsequenter Zugeständnissteuerung kombiniert. Vertiefung im Verhandlungstraining Vertrieb.

Führungskräfte & Projektteams

Für Ressourcen-, Eskalations- und Entscheidungsverhandlungen zwischen Bereichen, Kunden und Projektpartnern. Besonders relevant, wenn Sachkonflikt und Beziehung gleichzeitig geschützt werden müssen.

Internationale Verhandlungsteams

Für grenzüberschreitende Verhandlungen, in denen die Harvard-Prinzipien nicht schematisch angewendet werden dürfen. Kommunikationsstil, Status, Beziehung und Entscheidungsprozesse werden als zusätzliche Kontextfaktoren berücksichtigt.

Harvard ist ein Referenzmodell – keine universelle Erfolgsformel

Die Stärke des Harvard-Konzepts liegt in seiner klaren Verhandlungsarchitektur. Seine Grenzen beginnen dort, wo Kontext, Macht und Kultur ausgeblendet werden.

Ein peer-reviewter Forschungsreview von Dr. Raphael Schoen untersucht die kulturübergreifende Übertragbarkeit der vier Harvard-Prinzipien. Die Befunde liefern keine ausreichende Grundlage für die Annahme, dass alle Prinzipien in jedem kulturellen Kontext identisch funktionieren. Das bedeutet nicht, Harvard zu verwerfen – sondern es professionell anzupassen.

Im Training werden deshalb neben Interessen und Kriterien auch Machtverteilung, Abhängigkeiten, Status, Kommunikationsnormen und Entscheidungsstrukturen analysiert. Gerade bei internationalen, hierarchischen oder stark asymmetrischen Verhandlungen ist diese Ergänzung entscheidend.

Peer-reviewed Forschung zur Harvard-Methode in internationalen Verhandlungen →

Trainer: Harvard-Methodik aus Forschung und Unternehmenspraxis

Dr. Raphael Schoen – Verhandlungstrainer Harvard-Konzept

Dr. Raphael Schoen

Dr. Raphael Schoen verbindet langjährige internationale Management- und Verhandlungspraxis mit wissenschaftlicher Forschung zur Verhandlungsführung. Er hat an der HHL in Verhandlungsführung promoviert und den achtwöchigen Kurs Negotiation Mastery der Harvard Business School Online abgeschlossen.

Seine peer-reviewte Forschung untersucht unter anderem die Reichweite und Grenzen westlich geprägter Verhandlungsmodelle. Im Training verbindet er diese wissenschaftliche Perspektive mit realen B2B-Fällen, Machtanalyse und konkreter Transferarbeit.

Ph.D. Verhandlungsführung · HHL Negotiation Mastery · HBS Online Langjährige Industry-Praxis Peer-reviewed Forschung Lead Negotiation Coach & Expert · HHL

Trainerprofil & Publikationen →

FAQ: Harvard-Konzept Seminar & Verhandlungstraining

Was lernt man in einem Harvard-Konzept Seminar?

Die Teilnehmer lernen, Sachproblem und Beziehung getrennt zu bearbeiten, Interessen hinter Positionen zu erkennen, mehrere Lösungsoptionen zu entwickeln und Entscheidungen an belastbaren Kriterien auszurichten. In unserem B2B-Training werden diese Prinzipien um BATNA, ZOPA, Machtanalyse, Anker und Zugeständnissteuerung ergänzt.

Was unterscheidet das Seminar von einer reinen Einführung in die Harvard-Methode?

Die vier Prinzipien bilden nur den Ausgangspunkt. Das Training verbindet sie mit realen Unternehmensfällen, wirtschaftlichen Entscheidungsgrenzen, Verhandlungsmacht und taktischer Umsetzung. Ziel ist nicht nur Methodenwissen, sondern anwendbares Verhalten in anspruchsvollen B2B-Verhandlungen.

Ist das Harvard-Konzept auch für harte Preisverhandlungen geeignet?

Ja, aber nicht als alleinige Methodik. Interessen und objektive Kriterien helfen, Forderungen zu verstehen und zu prüfen. Bei starken Machtasymmetrien müssen zusätzlich Alternativen, Abhängigkeiten, Wechselkosten und Eskalationsoptionen analysiert werden. Genau diese Ergänzung ist Bestandteil des Trainings.

Eignet sich die Harvard-Methode für internationale Verhandlungen?

Ja, sofern sie kontextabhängig eingesetzt wird. Kommunikationsstil, Status, Beziehung, Hierarchie und Entscheidungsprozesse können beeinflussen, wie direkt Interessen offengelegt oder Kriterien diskutiert werden. Das Training berücksichtigt diese Faktoren als Teil der Vorbereitung.

Ist das Harvard-Konzept Seminar ein offenes Seminar?

Nein. Das Format ist als Corporate-Inhouse-Training konzipiert. Inhalte, Fallbeispiele und Übungen werden im Vorgespräch auf die konkrete Verhandlungsrealität Ihres Unternehmens abgestimmt.

Wie lange dauert das Verhandlungstraining?

Das Standardformat umfasst typischerweise zwei intensive Trainingstage. Je nach Zielgruppe und Falltiefe kann das Format als kompakter Workshop oder als mehrstufiges Trainingsprogramm mit Transfer- und Sparringelementen angepasst werden.

Dr. Raphael Schoen – Verhandlungsexperte
Dr. Raphael Schoen

Verhandlungsexperte & Trainer

Ex-Zeiss Executive · Ph.D. Verhandlungsführung · HHL
Negotiation Mastery · Harvard Business School Online

Ihre Verhandlung · Ihre Ziele Ein Training, das dazu passt

Direkte Einordnung · passende Trainingslösung
Reale Verhandlungsfälle · hoher Praxisanteil
Perfekt für Einkauf · Vertrieb · Führung · Projektgeschäft

Jetzt maßgeschneidertes Angebot anfordern:

Datenschutz